Ein positives Ergebnis der Pandemie ist die Besserstellung der gewerblichen Arbeitnehmer. Gewerbliche Arbeitnehmer haben heute mehr Alternativen, wann und wo sie arbeiten. Das wiederum zwingt Führungskräfte aus dem Personalwesen und der Talentakquise dazu, die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden neu zu überdenken.

In den USA gab es im vergangenen Jahr 73,3 Millionen gewerbliche Arbeitnehmer ab 16 Jahren – das sind laut dem Bureau of Labor Statistics 55,5 % aller US-amerikanischen Lohn- und Gehaltsempfänger. Viele, wenn nicht die meisten dieser Arbeitnehmer, sind die kundenorientierten Markenbotschafter ihrer Unternehmen. Ironischerweise waren es gerade ihre Tätigkeiten mit Kundenkontakt, die es vielen gewerblichen Arbeitnehmern unmöglich machten, von zu Hause aus zu arbeiten, als die Weltwirtschaft zusammenbrach. Stattdessen wurden sie entlassen. Nach Angaben des Economic Policy Institute entfallen 80 % der gesamten Arbeitsplatzverluste in den USA im Jahr 2020 auf Niedriglohnempfänger aus den Reihen der gewerblichen Arbeitnehmer.

Da so viele gewerbliche Arbeitnehmer am unteren Ende der Entgeltskala angesiedelt sind, erhöhen die Unternehmen natürlich die Vergütung, um Spitzenkräfte anzuziehen und zu halten. Im Mai 2021 kündigte Amazon an, 75.000 weitere gewerbliche Arbeitnehmer einzustellen und in einigen Fällen ein Handgeld in Höhe von 1.000 US-Dollar zu zahlen. McDonald’s hat angekündigt, im Laufe des Sommers 10.000 weitere gewerbliche Arbeitnehmer einzustellen und den Durchschnittslohn bis 2024 auf 15 US-Dollar pro Stunde zu erhöhen.

Grenzen von Entgelterhöhungen zur Anwerbung von gewerblichen Arbeitnehmern

Es liegt allerdings auf der Hand, dass es nicht nachhaltig ist, sich auf höhere Löhne zu verlassen. So stehen, wie der Forbes Business Council berichtet, die US-Hersteller im Preiswettbewerb mit globalen Herstellern, und global agierende Unternehmen können in der Regel niedrigere Löhne zahlen als Arbeitgeber mit Sitz in den USA.

Aber es gibt noch einen bedeutenderen Grund, warum Lohnerhöhungen nicht ausreichen, um die Besten unter den Lohnempfängern anzuziehen und einzustellen. Die neue Realität sieht so aus, dass Arbeitgeber die Arbeitsplatzkultur und die Erfahrungen ihrer gewerblichen Arbeitnehmer genauso ernst nehmen müssen wie die ihrer Festangestellten.

  • Aus Untersuchungen von Gallup geht hervor, dass gewerbliche Arbeitnehmer heute deutlich unzufriedener sind als Festangestellte, was Urlaub, Altersvorsorge, Bezahlung, Sicherheitsbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit, Aufstiegsmöglichkeiten, Krankenversicherungsleistungen, Anerkennung von Leistungen und flexible Arbeitszeiten angeht.
  • Zufriedene und motivierte Arbeitnehmer wechseln heutzutage in der Regel nicht wegen einer bescheidenen Gehaltserhöhung ihren Arbeitsplatz, sondern vor allem wegen ihrer Schichtpläne, ihrer Gesundheit und Sicherheit sowie der Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlangen, so das Ergebnis der größten Umfrage unter Produktionsarbeitern in den USA.
  • Eine Umfrage von Workplace Intelligence and MyWorkchoice unter 2.000 US-amerikanischen Personalleitern und gewerblichen Arbeitnehmern ergab, dass fast alle Führungskräfte (94 %) und gewerblichen Arbeitnehmer (87 %) der Meinung sind, dass gewerbliche Arbeitnehmer die gleichen oder annähernd die gleichen Leistungen erhalten sollten wie Festangestellte

 

Wellness: Eine Möglichkeit, Flagge zu zeigen

Ein Bereich, in dem Unternehmen leicht und kostengünstig um gewerbliche Arbeitnehmer konkurrieren können, ist Wellness am Arbeitsplatz. Die Pandemie hat Personalleiter bereits frühzeitig gezwungen, Wellness-Programme und -Strategien zu überdenken. Ein Beispiel war ein Trend, Zuschüsse von Krankenkassen zu  sichern und neu zuzuweisen. 

Nun kommt es darauf an, den Kreis zu schließen und dafür zu sorgen, dass diese Programme für alle Mitarbeitende zugänglich sind – für gewerbliche Mitarbeitende und Festangestellte gleichermaßen. Denken Sie daran, dass die gewerblichen Arbeitnehmer während der Pandemie die Hauptlast der Beurlaubungen und Entlassungen getragen haben. Sie werden sich eher für ein Unternehmen entscheiden, das eine Kultur der Zuwendung pflegt und das Wohlbefinden der Mitarbeitende umfassend im Blick hat.

 Wellness-Apps: Für alle überall zugänglich

Untersuchungen, die auf Antworten aus über 150 Millionen Mitarbeiterbefragungen und über 30 Millionen Kommentaren von Mitarbeitenden von Gympass-Nutzern basieren, haben ergeben, dass das Interesse der Arbeitgeber an Wellness-Apps während der Pandemie gestiegen ist – und das aus gutem Grund. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, ein vielfältiges Angebot für Gesundheit und Wohlbefinden bereitzustellen.

Unternehmen, die um die besten gewerblichen Arbeitnehmer buhlen wollen, müssen diesen gewerblichen Arbeitnehmern den gleichen Zugang zu Wellness-Apps gewähren wie ihren Festangestellten.

Vergessen Sie das Fitnessstudio nicht

Körperliche Aktivität war während der Pandemie von entscheidender Bedeutung, insbesondere um den Mitarbeitenden zu helfen, ihre mentale Gesundheit zu erhalten. In einer Gympass-Umfrage unter 1.000 US-amerikanischen Mitarbeitenden über 18 Jahren gaben fast 43 % der Arbeitnehmer in den USA an, dass körperliche Betätigung im letzten Jahr die größte Unterstützung für ihr mentales Wohlbefinden war.

Unsere Umfrage ergab außerdem Folgendes:

  • 89 % der Befragten werden nach ihrer Rückkehr ins Büro genauso aktiv bleiben oder aktiver sein
  • 64,6 % freuen sich darauf, ins Fitnessstudio zurückzukehren

Unternehmen, die gewerbliche Arbeitnehmer gewinnen möchten, sollten sicherstellen, dass ihre Wellness-Initiativen Fitnessstudio- und Fitnesscenter-Programme umfassen, die den Anforderungen von Schichtarbeit und geografischen Umsetzungen entsprechen.

Das Endergebnis ist, dass Sie eine Wellness-Plattform benötigen, die wirklich flexibel und für die gewerblichen Arbeitnehmer zugänglich ist. Das ist entscheidend für die Bereitstellung von Programmen, die es allen Mitarbeitenden des Unternehmens ermöglichen, ihr eigenes Wohlbefinden zu steuern, unabhängig von ihrem Arbeitsort und ihren Arbeitszeiten.