Wie gefährlich oder schädlich kann ein Bürojob schon sein? Zwischen Schreibtisch, Drucker und Kaffeemaschine scheint die Verletzungsgefahr schließlich deutlich geringer zu sein, als es für Gerüstbauer oder Tischler der Fall ist. Man verbringt mindestens 8 Stunden im sitzen, oftmals auch die Mittagspause, da kann nicht viel passieren. Aber genau das ist das Problem. Zu wenig Bewegung schadet der Gesundheit und wirkt sich nachweislich negativ auf die Lebenserwartung aus. Das bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO, die herausfand, dass Bewegungsmangel für 1 Million Todesfälle in der EU verantwortlich ist.

 

Sitzen macht krank

Die Techniker Krankenkasse fand heraus, dass gut ein Drittel der Deutschen sich weniger als 30 Minuten am Tag bewegt. Ein weiteres Drittel kommt knapp auf 60 Minuten und nur 29% bewegen sich mehr als eine Stunde am Tag. Gerade die klassischen Office Jobs sind geprägt von sitzenden Tätigkeiten und viele Arbeitnehmer verbringen auch ihren Feierabend lieber auf dem Sofa als im Fitnessstudio oder beim Joggen – mit fatalen Folgen für ihre Gesundheit.

Denn Bewegungsmangel steht in Verbindung mit zahlreichen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Krebs, Typ-2-Diabetes und Demenz und ist damit für einen von sechs Todesfällen verantwortlich. Damit verursacht Bewegungsmangel ein ebenso hohes Gesundheitsrisiko wie Rauchen oder ungesunde Ernährung. Sitzen ist das neue Rauchen und damit sogar noch lebensgefährlicher als Zigarettenrauch.

Ziemlich ernüchternd, oder? Dabei können schon kleine Änderungen in der täglichen Routine dabei helfen, den negativen Auswirkungen eines Schreibtischjobs entgegenzuwirken.

 

Bleiben Sie bei der Arbeit aktiv

Wer acht Stunden im sitzen gearbeitet hat, sollte das durch mindestens eine Stunde Sport ausgleichen. Am besten ist es aber, die Bewegung bereits in den Alltag zu integrieren und nicht auf den Feierabend zu beschränken. Die WHO empfiehlt übrigens täglich 10.000 Schritte zu gehen bzw. pro Woche 600 Minuten moderates Training. Hier sind einige Tipps, wie Ihnen das gelingen kann.

 

Machen Sie Ihren Arbeitsweg zum Workout

Anstatt mit dem Auto ins Büro zu fahren, machen Sie doch einfach ein Workout daraus. Joggen Sie in die Arbeit, wenn Sie die Möglichkeit haben, sich dort zu duschen. Laufen hat natürlich denselben Effekt, füllt gleichzeitig die Vitamin-D-Speicher auf und verbessert die Stimmung. Wenn Sie nicht täglich den ganzen Weg zur Arbeit laufen können, starten Sie klein. Nehmen Sie Bus oder Bahn und steigen Sie einfach eine Station früher aus.

Oder nehmen Sie einfach das Fahrrad. So verbrennen Sie übrigens nicht nur Kalorien und Fett während des Radfahrens, sondern der Effekt hält sogar noch länger an: Nach 30 Minuten Radfahren, verbrennt der Körper noch einige Stunden danach mehr Kalorien als normal.

Sie brauchen noch etwas mehr Motivation? Wer das Auto stehen lässt, spart auch noch Geld und Frust! Wer zu den 21 Millionen Deutschen (66 Prozent) zählt, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, steht nicht selten im Stau. Das kostet Zeit und Nerven. Wer seinen Arbeitsweg jedoch auf dem Rad zurücklegt, umgeht all das und spart jährlich über 400 Euro und mehr.

 

Nehmen Sie die Treppen

Wenn Laufen oder Radfahren keine Option sind, versuchen Sie mehr Bewegung auf andere Art und Weise in Ihren Alltag zu integrieren. Nehmen Sie einfach mal die Treppen anstatt den Fahrstuhl. Das verbrennt Kalorien, stärkt die Muskeln und verbessert Ihre Ausdauer.

Das funktioniert natürlich ist es am besten, wenn Ihr Büro in einem der oberen Stockwerke liegt, aber letztlich zählt jeder Schritt. Also ignorieren Sie Lift, Rolltreppe & Co. und genießen Sie es wenn der Oberschenkel vom Treppensteigen brennt, denn Sie kommen Ihrem täglichen Bewegungsziel immer näher.

 

Stehtische

Auch kleine Änderungen zahlen sich aus. Wenn Sie also einmal keine Zeit für ein Workout haben, stehen Sie auf! Ein Wechsel zwischen einer sitzenden und stehenden Position bringt den Stoffwechsel in Schwung. Übrigens: Stehen verbrennt 50 Kalorien pro Stunde mehr als Sitzen.

Leider sind nicht alle Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen ausgestattet und vielleicht gewährt Ihr Chef Ihnen lieber die Gehaltserhöhung als in einen neuen Schreibtisch zu investieren. Stehen Sie trotzdem auf und zwar so oft wie möglich. Gehen Sie öfter ins Bad oder zur Küche, um sich Wasser zu holen, damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie vergessen es einfach immer wieder aufzustehen? Dann stellen Sie sich einen Wecker, um ein paar Schritte zu gehen oder sich einfach nur zu strecken.

 

Verzichten Sie auf E-Mails & Telefon und sprechen Sie persönlich

Gehen Sie einfach mal ins Büro nebenan, wenn Sie etwas mit Ihren Kollegen besprechen möchten, anstatt Ihnen eine E-Mail zu schreiben. Das entlastet die Inbox Ihrer Kollegen und bringt Ihre Muskeln in Bewegung!

Eine Studie der renommierten Mayo Klink hat untersucht, warum einige Menschen übergewichtig und andere schlank sind. Dafür wurden Büroangestellte in zwei Gruppen eingeteilt und Bewegungssensoren in deren Kleidung eingenäht. Beide Gruppen sollten täglich 1.000 Kalorien mehr zu sich nehmen, ohne dabei aber ihre Bewegungsgewohnheiten zu ändern. Die Gruppe, die zunahm, saß 2,25 Stunden länger als ihre aktiveren Kollegen.

 

Bereits mit kleinen Veränderungen können Sie Ihrer Gesundheit viel Gutes tun. Stehen Sie auf, um sich zu strecken, laufen Sie herum und Sie kompensieren das stundenlange Sitzen! Die zusätzliche Bewegung verbrennt rund 350 Kalorien extra am Tag und bewahrt Sie vor ein paar unnötigen Extrakilos, Rückenbeschwerden und anderen Zivilisationskrankheiten.

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