Duarte Ramos, HR Vice President Europe bei Gympass, hat kürzlich sein zweites Kind bekommen – ein Mädchen! Wir baten Duarte darum, über die Erfahrung mit seinem Elternurlaub zu berichten:

Wir erwarteten unser zweites Kind, daher dachte ich, dass der Ablauf dieses Mal viel weniger stressig wird. Ich hätte mich nicht mehr irren können. Etwa in der 29. Schwangerschaftswoche entwickelte meine Frau ein Risiko für eine Frühgeburt. Zu dieser Zeit war ich noch voll im Job und musste mit der Arbeit jonglieren, meine Frau im Krankenhaus unterstützen und meinen Sohn in seiner Routine halten. 

Mein Team war total aufgeregt, als sie erfuhren, dass meine Familie und ich weiteren Nachwuchs erwarten. Als die Dinge schwieriger wurden, waren mein Team und mein Vorgesetzter super ermutigend. Mein Vorgesetzter riet mir immer, mich auf Aufgaben mit hoher Priorität zu konzentrieren und alle nicht dringenden Meetings und Projekte zu verschieben. 

Als unsere Tochter dann auf die Welt kam, waren meine Frau und ich wirklich erschöpft von der anstrengenden Schwangerschaft. Ich nahm direkt Vaterschaftsurlaub, damit wir in den ersten Wochen Zeit als Familie verbringen konnten. Wir halfen uns gegenseitig und konnten ganz ohne Stress wieder zurück zum Familienleben finden. Die einzigen Nachrichten, die ich von meinem Gympass-Team erhielt, waren Glückwünsche und eine richtig schöne Windeltorte mit einem süßen Teddybär. 

Ein neues Kind in der Familie willkommen zu heißen ist wunderbar und eine Herausforderung zugleich. Das Schwierigste für mich war die Betreuung eines sehr kleinen, zu 100% abhängigen Menschen auszubalancieren, ohne dabei den Fokus auf den Rest der Familie, insbesondere auf meinen älteren Sohn, zu verlieren. Zu lernen, wie man Vater von zwei Kindern wird, war die herausforderndste Aufgabe während dieser Zeit, aber es war erstaunlich zu sehen, wie schnell es ganz normal wurde jetzt eine größere Familie zu sein. 

Als Vater und HR Vice President Europe halte ich es für wichtig, dass wir Elternurlaub im Gesamtbild betrachten. Der Mutterschaftsurlaub wurde geschaffen, um Unternehmen und Familien während einer herausfordernden Zeit ihres Lebens zu unterstützen. Mutterschaftsurlaubsprogramme sind von größter Bedeutung, um ein unterstützendes Arbeitsumfeld für Frauen zu schaffen. Der typische kurze (oder nicht vorhandene) Vaterschaftsurlaub schuf jedoch einen natürlichen diskriminierenden Prozess, von einem umgekehrten Anreizstandpunkt aus betrachtet. Je größer der Zeitunterschied in Bezug auf die Abwesenheit zwischen Männern und Frauen ist, desto mehr Anreize werden Unternehmen erhalten, vermehrt Männer einzustellen. Wenn der Elternurlaub unabhängig von Geschlecht, Adoption oder Betreuungsperson ausgeglichen ist, werden die Anreize für Diskriminierung verringert, und die Unternehmen werden ermutigt, bessere Freistellungen anzubieten, um Talente anzuziehen. 

Ich bin dankbar, Teil eines Teams zu sein, das mich während meines Vaterschaftsurlaubs bedingungslos unterstützt hat. Wenn ich werdenden Eltern einen Ratschlag geben darf, würde ich sagen, dass man einfach jederzeit flexibel sein sollte. Eltern zu sein ist unplanbar; man muss darauf vorbereitet sein, keinen Plan zu haben, sein Leben zu ändern, damit alles weniger aufgeräumt ist. Wie ein Kind zu denken und wieder zu spielen lässt einen noch einfühlsamer werden. Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Erfahrung und möchte sie niemals rückgängig machen!