COVID-19 stellt berufstätige Eltern vor außerordentliche Herausforderungen. Eltern müssen in Zeiten der Corona-Krise nicht nur produktiv im Home Office sein, um ihren beruflichen Aufgaben nachzukommen, sondern nebenbei auch noch auf die Kinder aufpassen und sie vielleicht sogar noch unterrichten. Der Spagat zwischen Beruf, Haushalt, Kindererziehung und unterrichten löst bei vielen Eltern Stress aus und kann negative Folgen für die mentale Gesundheit haben.

Um Ihre Mitarbeiter während Zeiten der Isolierung und sozialen Distanzierung besonders zu unterstützen, möchten wir Ihnen folgende Punkte an die Hand geben:

Erlauben Sie mehr Flexibilität 

Um auf dringende Umstände zu Hause reagieren zu können, müssen Eltern flexibel sein können. Wenn ein Mitarbeiter zu einer Besprechung ein paar Minuten zu spät kommt, weil sich das Kind beispielsweise gerade verletzt hat, sollten Sie unbedingt Verständnis zeigen und die Situation entspannt sehen. 

Ihre Mitarbeiter haben die heutige Deadline tagsüber nicht einhalten können? Schlagen Sie Ihren Mitarbeitern vor, den Tag in Zwei-Stunden-Blöcke einzuteilen, um die Aufgaben, die tagsüber nicht erledigt werden konnten, am Abend nachzuholen. Diese Flexibilität kann den Mitarbeitern dabei helfen, Multitasking zu vermeiden, sich besser auf eine Sache konzentrieren zu können und auf lange Sicht motivierter zu sein und Energie zu haben. Denn Studien zeigen, dass jemand nach einer Unterbrechung im Schnitt 25 Minuten braucht, um sich wieder auf die vorherige Aufgabe konzentrieren zu können. Mit flexiblen Zeitblöcken werden die Mitarbeiter produktiver und die Qualität der Arbeit bleibt konstant gut.

Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern deren Arbeitszeiten selbst zu gestalten und stärken Sie damit nicht nur deren Motivation und Produktivität, sondern auch die Arbeitskultur.

Entlasten Sie Ihre Mitarbeiter 

Experten für mentale Gesundheit warnen vor einer “Katastrophe in Zeitlupe”, die Deutschland neben der COVID-19-Pandemie droht: posttraumatisches Stresssyndrom (PTSD), Depressionen und Angstzustände. Die Anrufe bei den Selbsthilfe-Hotlines haben einen historischen Höchststand erreicht. Da die Beschränkungen nur schrittweise gelockert werden, wird die Nachfrage nach Beratung auch in den nächsten Wochen sehr wahrscheinlich weiter zunehmen.

Daher ist es für Sie als Arbeitgeber von entscheidender Bedeutung, den eigenen Mitarbeitern zu helfen. Ergreifen Sie die richtigen Maßnahmen, um Ihr Mitgefühl und Ihre Unterstützung zu zeigen. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter beispielsweise mit einer virtuellen Happy Hour oder einer Kaffeepause, um auch von zu Hause mit Kollegen in Kontakt zu bleiben. Veranstalten Sie einen Gruppen-Fitnesskurs oder laden Sie Kollegen zu einer gemeinsamen Meditation am Vormittag ein. Zahlreiche Forschungsergebnisse zeigen, dass Bewegung die emotionale Belastbarkeit stärkt, Stress bewältigt, die Motivation und die kognitive Funktion verbessert und die Produktivität steigern kann. Um Eltern die Teilnahme an gemeinsamen Fitness- oder Entspannungskursen zu ermöglichen, können Mitarbeiter ihre Kinder und Familienmitglieder zu virtuellen Veranstaltungen Ihres Unternehmens einladen.

Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern 

Richten Sie mindestens einmal pro Woche regelmäßige Meetings ein, damit Sie mit Ihren Mitarbeitern sprechen und erfahren können, wie es ihnen geht. Fragen Sie, ob sie Probleme mit den aktuellen Aufgaben haben, und ob es etwas gibt, was Sie tun können, um zu helfen. Zeigen Sie, dass Sie die aktuellen Herausforderungen verstehen und gemeinsam nach einer Lösung suchen können, um nicht nur das beste aus den gegebenen Umständen, sondern auch aus der Arbeit zu machen. 

Da dies ein ungewöhnliches Thema für eine Diskussion mit dem Vorgesetzten ist, liegt es in Ihrer Verantwortung, Ihren Mitarbeitern ein sicheres Gefühl zu geben, um ehrlich über deren Herausforderungen und Gemütszustand zu sprechen. Wenn Sie das Gespräch offen und ehrlich führen, haben Sie eine gute Chance, gemeinsam eine Lösung zu finden. 

Berücksichtigen Sie die folgenden Gesprächspunkte, wenn Sie sich mit Ihren Mitarbeitern austauschen möchten:  

  • An welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten kann der Mitarbeiter am besten arbeiten? Betonen Sie auch ein gewisses Maß an Flexibilität, diese Angaben im weiteren Verlauf anzupassen
  • Welche Priorität hat die Aufgabe? Bis wann muss die erteilte Aufgabe erledigt werden? Teilen Sie ihrem Mitarbeiter mit, ob die Priorität hoch, mittel oder niedrig ist und bis wann Sie die Ergebnisse benötigen.
  • Wie können Sie den Mitarbeiter erreichen, falls zeitkritische Aufgaben aufkommen sollten und Sie eine zeitnahe Lösung benötigen? 

Akzeptieren Sie Urlaubsanfragen 

Es werden sich unweigerlich Situationen ergeben, in denen sich Eltern eine Auszeit von der Arbeit nehmen müssen, um sich um ihre Familie zu kümmern. Wenn das der Fall sein sollte, versuchen Sie, deren Anfrage immer möglich zu machen.

Falls Mitarbeiter das ganze Jahr über freigestellt sind, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ausnahmen von der Norm zu machen. Wenn Sie die Bedingungen der Arbeitszeiten ändern sollten, informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber schriftlich, welche Optionen ihnen zur Verfügung stehen und ab wann die neuen Bedingungen in Kraft treten.